Es begann eigentlich als ein Projekt für die Ethikgruppe der 5. Klasse von Christof Schön, die am 14.11. zusammen mit der katholischen Religionsgruppe krankheitsbedingt unterrichtet werden sollte. Es war nicht schwer, ein ethisches Thema zu finden, was uns alle verbindet: der Einsatz für Natur und Tiere.
Denn immerhin ist für Christen die Verantwortungsübernahme für die Schöpfung ein zentrales Anliegen. Aus ethischer Sichtweise lassen sich ebenso leicht Argumente finden: Leiden zu können und den Schmerz vermeiden zu wollen, verbindet uns mit allen Lebewesen, und man sollte keinem Lebewesen mutwillig schaden. Wie sagte bereits Albert Schweizer treffend: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“
Wir informierten uns also über die „Protestkuh“, ein Projekt, was sich gegen Anbindehaltung von Kühen richtet. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch rief dazu auf, die Vorlage einer Protestkuh auszumalen und an sie zu senden, damit sie im Dezember auf einer großen Protest-Installation aus Milchkartons vor dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) verwendet werden kann.
Zusammen mit einer selbstformulierten Botschaft kann damit Protest im Kleinen gegen die unwürdige Haltungsform protestiert werden.
Denn Kühe sind bei weitem nicht dumm, wie es der Ausdruck „blöde Kuh“ vollkommen zu Unrecht verhöhnt! Sie sind sehr soziale, sensible und hochintelligente Tiere, die ein großes Bedürfnis nach Bewegung und Sozialkontakten habe. Auf der Weide legen sie täglich während des Rasens viele Kilometer zurück und gehen enge – oft lebenslange – Freundschaften mit ihren Artgenossen ein. Anbindehaltung stellt eine tierquälerische Praxis dar, vor der man nicht die Augen verschließen darf. So berichtet auch Foodwatch:
„Rinder in der sogenannten „Anbindehaltung“ stehen auf kleinem Raum in einem Stall, fixiert mit Ketten, Gurten oder Halsrahmen. Sie können sich nicht umdrehen, nicht laufen, nicht kratzen. Lediglich Hinlegen oder Stehen ist möglich.“
Schnell entwickelte sich bei der Protestkuh eine Eigendynamik und erweiterte sich fächerübergreifend auf viele Klassen. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert, informierten sich auf der Sachebene über das Thema und gestalteten auf freiwilliger Basis ihre eigene Protestkuh.
Es ist eine große Bereicherung, dass sich ohne Zögern die Schulgemeinschaft beteiligt hat. Vielen Dank deshalb auch besonders an Denise Rausch, Luisa Wittkamp, Carina Lehnert, Laura Pees, Sarah Leins und Kim Ramseger, die diese Aktion ebenfalls in ihren Unterricht sehr engagiert integrierten. Wir sammeln die einzelnen „Protestkühe“ und schicken sie gebündelt an Foodwatch.
Großen Respekt verdienen aber vor allem unseren Schülerinnen und Schüler: Ihr seid wirklich toll!
Die Ergebnisse sprechen für sich: Sie sind kreativ gestaltet, emotional, poetisch, geistreich und zeugen von großer Anteilnahme, Empathie und Verantwortungsbewusstsein.
Überzeugt euch selbst von den tollen Bildern.
Falls ihr neugierig geworden seid, könnt ihr euch bei foodwatch.org darüber genauer informieren.
Ziele brauchen Taten und so setzen wir uns auch auf einer kleinen Ebene für eine lebenswerte Zukunft für alle Lebewesen ein. Hoffen wir, dass unserem Protest auch Gehör geschenkt wird. Wir konnten 318 Protestkühe gestalten und ein deutliches Zeichen schicken. (SOE)






































