Kursfahrt Helgoland


19.-25.6.22, Begleitung Christa Kuon-Rehm, Alexander Gantner

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--- Die täglichen Neuigkeiten, Texte und Fotos werden von Christa Kuon (einige Fotos von Alexander Gantner) an die Homepage übermittelt. Einen herzlichen Dank dafür. ---

Samstag/Sonntag, 25./26.6.22:



Der Samstagmorgen bestand ein bisschen aus Stadtbummel und Kaffee trinken, bis dann um vier die Fähre fuhr.
Allerdings fuhr sie verspätet mit vielen Fahrgästen. Sie war da noch etwas langsamer und so kamen wir später in Cuxhaven an.
Dafür benötigten wir nur fünfeinhalb Stunden und kamen am Sonntagmorgen gegen 0.30 Uhr wieder in Altenkirchen an.
Noch auf der Heimfahrt konnte man beim Schließen der Augen das Meer sehen - ein Nachhallen der vergangen Tage, umgeben vom rauschenden Ozean auf der kleinen Insel Helgoland.

Damit wird nun die Galerie über die Kursfahrt nach Helgoland geschlossen.


Freitag, 24.6.22
Heute Morgen waren wir in Sachen Monitoring unterwegs. Wir liefen den Strand in breiter Front ab und haben alles aufgesammelt, was dort an Müll zu finden war. Auch tote Vögel oder andere Tiere sollten registriert werden. Am Ende des Nord-Oststandes haben wir dann die Funde ausgebreitet und in verschiedene Kategorien eingeteilt. Tatsächlich wurden nur im vorderen Bereich, dort wo die Leute Picknick machen, Müll gefunden. Es handelt sich also nicht um Dinge, die vom Meer angespült worden waren, sondern um Dinge, die sich das Meer dort abholen könnte. Eine Zigarettenkippe verunreinigt 1000 l Wasser. 13 haben wir gefunden,
80% der Plastikabfälle in den Meeren kommen über die Flüsse.
Wir haben fünf tote Vögel registriert. Sie werden abgeholt und auf Vogelgrippe getestet.
Der Sinn eines solchen Monitorings liegt darin, herauszufinden, wo der Abfall herkommt.
Und wie man ihn abstellen kann.
Den Nachmittag haben wir auf der Düne verbracht, dieses Mal mit vertauschen Gruppen. Die Gruppe, die Vogelringe ablesen sollte, konnte dies schlecht tun, da das Rollfeld des kleinen Flughafens, auf dem die Möwen stehen, in der Sonne flirrte. Die andere Gruppe hatte Glück, eine große Gruppe von Kegelrobben und Seehunden sonnte sich und konnte so gut beobachtet und registriert werden. Nach der Rückfahrt mit der Fähre fing der Regen an, der erste auf unserer ganzen Fahrt.

Donnerstag, 23.6.22
Update von Helgoland:
Heute Morgen hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. Die meisten haben die Zeit zum Ausschlafen genutzt.
Dann trafen wir uns zur Mittagszeit auf dem Lummenfelsen, um die Arbeiten fortzusetzen, die wir vor zwei Tagen begonnen hatten. Es gab Informationen am Info Point, es wurden verstrickte Tiere notiert sowie Störungen am Rande des Felsens. So lassen manchmal Leute ihre Hunde frei laufen oder schieben ihre Kameras direkt zu den Basstölpeln durch den Zaun.
Es sind viele Menschen unterwegs, die Brutzeit zieht viele an. Die Ornithologen hoffen, dass jetzt die Vogel-Grippe nicht kommt. In Schottland ist das wohl so in einigen Kolonien.
Anschließend besuchten wir den Fanggarten. Das ist ein großer Garten auf dem Oberland der Insel. Darin steht die Vogelwarte und im Garten gibt es drei große Reusen. Darin werden Zugvögel gefangen, um sie zu beringen und dann wieder fliegen zu lassen. Die Daten des Rings werden in eine Datenbank eingetragen. Zusätzlich gibt man das Gewicht, das Geschlecht, den Fett- und Muskelanteil des Vogels und die Farbe des Gefiders an. Manchmal haben Jungtiere andere Federzeichnungen.
Registriert werden dann die Rückläufer, also alle Tiere, die man irgendwo auf der Welt mit dem Helgoländer Ring wieder findet. Je größer die Vögel sind, desto häufiger werden die Ringe zurückgeschickt. Das ist bei kleinen Vögeln sehr unwahrscheinlich, kommt aber auch vor.
Die Ringe bestehen aus Aluminium und sind der Größe der Vogelbeine angepasst. Vögel, die sich viel im Salzwasser aufhalten, bekommen Ringe aus Edelstahl, ebenso die Vögel mit scharfem Schnabel, sie würden sich nachher an dem Aluminium verletzen.
Clara aus Bonn ist Praktikantin auf der Vogelwarte. Sie zeigte uns den Garten und die verschiedenen Reusentypen. Die Vögel landen auf Büschen im vorderen Bereich und werden dann nach hinten in den Trichter getrieben, wo sie anschließend in einem Boxensystem landen. Da können sie leicht mit der Hand heraus genommen und in kleine Beutel gesteckt werden, was sie beruhigt. So kann man leichter mit ihnen umgehen.

Mittwoch, 22.6.22
Bericht von Helgoland:
Heute Morgen waren wir im Gelände um die Jugendherberge unterwegs und haben nach Singvögeln gesucht. Helgoland ist normalerweise nur eine Station für Zugvögel von Norden nach Süden beziehungsweise in umgekehrter Richtung. Es gibt wenige Vögel, die zu den Singvögel gehören, die hier brüten. Wir haben einen Zilpzalp gehört, eine Bachstelze und eine Dorngrasmücke gesehen. Es gibt auch noch Fitis Ringeltaube und noch ein paar andere Vögel, die es bei uns auch gibt.

Nachmittags fuhren wir mit der Fähre auf die Düne. Ein Teil der Gruppe beschäftigte sich mit dem Ablesen der Ringe der Vögel, die in der Nähe des Flughafens brüten. Mit dem Fernglas konnte man es schlecht erkennen, aber Philipp hatte ein Spektiv dabei, da ging es.
Die andere Gruppe hat sich mit dem Erkennen der Robben beschäftigt. Man erkennt sie an einer Markierung am Schwanz und an ihrer Fellzeichnung.
Beide Gruppen haben Daten gesammelt, die später in Datenbanken eingetragen werden.


Dienstag, 21.6.2022
Heute waren unsere Reisenden auf der "Düne", einer kleinen Insel bei Helgoland, die nur mit der Fähre zu erreichen ist. Dort haben sie geschaut, was das Meer alles ans Land spült. Sie statteten dabei auch der Bucht einen Besuch ab, in der sich Kegelrobben ausruhen, und hatten Glück: Tatsächlich rekelten sich einige Robben genüsslich in der Sonne. Man durfte aber nicht näher als 30 Meter an die Robben  herangehen, da sie sonst flüchten würden, weil sie sonst ins Wasser flüchten. Vor allem für die jungen Robben problematisch, da sie ihre Energien schnell verlieren.
Am Nachmittag war die Truppe wieder am Lummenfelsen und hatte in Gruppen verschiedene Aufgaben. Eine Gruppe lernte, wie man Touristen über die fünf wichtigsten Brutvogelarten informiert. Eine andere Gruppe suchte die Anzahl der Vögel, die in Schnüre verstrickt sind.
Es wurden auch Störungen der Lummenfelsen beobachtet: Ein Motorboot fuhr viel zu dicht an die brütenden Vögel auf den Felsen heran, einige Touristen warfen ein Brötchen zu den Basstölpeln.
Zum Abschluss ging noch ein Spaziergang über das Oberland.

Montag, 20.6.2022 - Lummensprung
Spannung auf Helgoland: Heute werden die Schüler in Sachen Lummen und ihrer Jungen fortgebildet. In diesen Tagen stehen nämlich ganz besondere Ereignisse an: Die junge Brut der Lummen am Lummenfelsen sind flügge und werden dieser Tage meterhoch von ihren Felsen springen, um dann selbstständig zum Strand zu laufen. Fliegen können die jungen Lummen noch nicht, aber sehr wohl schwimmen. Der Sprung aus dem Nest gehört zum Start ihres nächsten Lebensabschnittes.
Auf Basis der Ausbildung heute können unsere Schüler Touristen oben am Felsen informieren. Auch darüber, dass Lummen gerne für ihre Nester orange und blaue Fäden verwenden - die leider von Krabbennetzen stammen und immer wieder dazu führen, dass fallende Vögel sich erhängen. Deutsche Krabbenfischer verwenden solche Netze inzwischen nicht mehr, die anderer Fischereinationen allerdings schon.
Mit dem Springen der jungen Lummen ist in den kommenden Nächten zu rechnen.
Wissenschaftlich betreut der Verein Jordsand (www.jordsand.de)  die Felsen auf Helgoland. Die beiden Biologen Rebecca und Elmar Ballstaedt haben in Zusammenarbeit mit Christa Kuon und Alexander Gantner ein eigenes Wochenprogramm für unsere Schüler entwickelt.
Die Galerie zeigt Fotos von der Ausbildung und weiteren angenehmen Orten der Insel.

Sonntag, 19.6.2022
Gegen 14.00 Uhr kommen die Helgoland-Fahrer wohlbehalten bei 18°C auf Helgoland an.  

 

 

Kursfahrt Helgoland

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