Ungarn - Schiller-Gymnasium Werischwar



Ungarn - Schiller-Gymnasium Werischwar

Wann: Anfang Mai in Altenkirchen, Mitte September in Pilisvörösvár

Wo: Altenkirchen Westerwald-Gymnasium

Pilisvörösvár Friedrich-Schiller-Gymnasium (17km von Budapest entfernt, liegt nord-westlich am Pilis Gebirge)
Unterbringung: Nach Alter, Geschlecht und den Wünschen der  Teilnehmer erfolgt die Aufnahme in den Gastfamilien.

Sprache: Die Schüler aus Ungarn lernen an dem zweisprachigen Gymnasium einige Fächer auf Deutsch. So ist die Verständigung ohne weitere Fremdsprachen gut möglich. 

Programm: Jährlich sechs Ausflüge (drei in Deutschland, drei in Ungarn). Das Programm in Deutschland richtet sich immer nach einem Motto, das jedes Jahr neu ausgewählt wird.

Kosten: Flugkosten nach Ungarn ca. 200-220€, 90€ für das Programm   in Deutschland


Das Friedrich Schiller Gymnasium

Schule allgemein:

  • Das Friedrich-Schiller-Gymnasium ist ein ungarndeutsches Wirtschaftsgymnasium 
  • Das Ziel ist eine bilinguale Schule, in der 50% der Fächer auf Deutsch unterrichtet werden
  • Die Schule führt von der 7. und 9. Klasse bis zum Abitur in der 12.Klasse. Außerdem kann man einen 13. Jahrgang mit beruflicher Ausbildung anschließen.
  • Schülern ohne ausreichende Deutschkenntnisse wird ein Vorbereitungsjahr in der 9.Klasse angeboten, in dem sie 11-15 Stunden Deutsch in der Woche haben.

Zweisprachiger Unterricht:

Fächer die auf Deutsch unterrichtet werden: Deutsch, Heimatkunde, Mathematik, Geographie, Geschichte

Träger der Schule: 

  • Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen.
  • Diese Organisation ist die leitende Vertretung der Ungarndeutschen im Land

 Theatergruppe:

  • Üben deutschsprachige Theaterstücke ein 
  • Nehmen an internationalen Theateraufführungen für Schüler teil
  • Die Theatergruppe ist seit Jahren sehr erfolgreich

Wohnheim:

  • Wenn man einen Schnitt von 4,3 (beste Note: 5) oder besser hat, darf man selbstständig lernen. 
  • Andere müssen unter Aufsicht von Lehrern lernen. 
  • Damit die Schüler besser Deutsch lernen und dabei Spaß haben, gibt es auch Freizeitbeschäftigungen auf Deutsch.
  • Auch dient die Freizeit dazu, den Schülern die ungarndeutsche Tradition (Volkstanz, Trachtenball, Weinlesefest) neben dem Heimatkundeunterricht näher zu bringen und sie mit der deutschsprachigen Kultur vertraut zu machen.

Weitere Freizeitbeschäftigungen: 

  • Fußball (eigene Halle), Fitness, Handwerk und Kunst
  • In der Freizeit am Nachmittag werden schulische Veranstaltungen vorbereitet.


    Pilisvörösvár

Pilisvörösvár ist eine Stadt in Ungarn mit ungefähr 14.000 Einwohnern. Sie liegt 17km nordwestlich von Budapest und besitzt einen großen Teil ungarndeutscher Einwohner. Mit einer Größe von 24km² ist Pilisvörösvár etwa zweimal so groß wie Altenkirchen. 
Pilisvörösvár bedeutet wörtlich Pilis-Rotenburg. Es gibt dort wundervolle Sehenswürdigkeiten wie die Liebfrauen-Pfarrkirche, den Judenfriedhof, die Werischwarer Kapellen und ein Denkmal für den Bergbau.
Die Konditorei Emil Cukrázda ist eine sehr schöne und berühmte Konditorei mit vielen wunderbaren Köstlichkeiten. Die Konditorei besitzt eine 200m² große Produktionswerkstatt, wo über 40 Kuchensorten gebacken werden.

Der Besuch dieser schönen Stadt lohnt sich auf jeden Fall und man muss einmal in seinem Leben dort gewesen sein!


  Ungarn – mehr als nur Zigeuner und Gulasch!

Schon seit über 16 Jahren bietet uns die Schule die Möglichkeit, Ungarn im Rahmen eines Schüleraustausches zu besuchen.

Doch was wissen wir eigentlich über Ungarn?

Deutschland ist fast viermal so groß wie Ungarn - das heißt aber nicht, dass das Land nichts zu bieten hat! 
Zunächst einmal sollte man über Ungarn wissen, dass dort die Landessprache Ungarisch ist. Es gibt jedoch auch deutschsprachige Gebiete. 
Die Hauptstadt Budapest liegt im Norden Ungarns. Die ungarische Bevölkerung besteht zu 75% aus Christen und die dortige Währung heißt Ungarischer Forint (HUF), man kann zur Not aber auch mit Euro bezahlen. 1 Euro entspricht ca. 300 HUF.

Die Ungarn haben eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Hier eine kurze Übersicht:

Die ungarische Reichsgründung erfolgte im Jahr 1000 durch den König Stefan. Jahrhundertelang versuchten die Mongolen und die Türken das Land zu erobern. Nach der Türkenherrschaft schloss sich Ungarn mit Österreich zusammen (Doppelmonarchie). Die Doppelmonarchie wurde nach dem 1. Weltkrieg aufgelöst und Ungarn verlor 2/3 des Staatsgebietes. Nach dem 2. Weltkrieg stand Ungarn unter dem Einfluss der UdSSR. Seine Unabhängigkeit erhielt Ungarn erst 1989.

Ungarn hat zwar im Laufe der Zeit viele Traditionen, Bräuche und auch Sehenswürdigkeiten beibehalten, es wurde aber gleichzeitig modernisiert. Das Land legt viel Wert auf Tourismus. Zum Beispiel haben unsere Austauschschüler die Synagoge von Budapest, die Zitadelle und das Parlament besichtigt. Außerdem gehört auch ein Besuch in der Konditorei Emil zum Standardprogramm. Die Ausflüge während des Austausches geben einen Einblick in das ungarische Leben. Es gibt noch viele andere Dinge, die man über Ungarn schreiben könnte, aber das wird an dieser Stelle zu viel. 

Seht selbst!


 Was heißt Ungarndeutsch?

Die Nachfahren der deutschen Siedler, die einst ins Karpatenbecken eingewandert sind, werden heute so bezeichnet. Sie werden auch Donauschwaben genannt.

Kurzer historischer Überblick:

Erste Einwanderung: Deutsche Ritter kamen in Begleitung der Herzogin Giesela von Bayern nach Ungarn. Sie wurde die Frau von König Stefan.

Zweite Einwanderung: Nach dem Mongoleneinfall nach 1240 wurden Sachsen in Ungarn angesiedelt. (Siebenbürgen) 

Dritte Einwanderung: Die größte Einwanderungswelle war zwischen 1700 und 1800 nach der Vertreibung der Türken in die entvölkerten Landesteile.

Die deutschen Einwanderer leisteten den wirtschaftlichen Aufbau und machten ihre Siedlungsgebiete zu blühenden Landschaften.

Die Zeiten der Weltkriege brachten böse Jahre mit sich. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Ungarndeutschen auf die neuen Staaten (Rumänien, Tschechoslowakei, Jugoslawien) aufgeteilt. Im Jahre 1944 wurden die Ungarndeutschen in die Sowjetunion zwangsverschleppt. Sie mussten in Kohlebergwerken Wiederaufbauarbeit leisten. Durch die schlechten Lebensbedingungen starb die Hälfte der Verschleppten. In den Jahren von 1945-1948 wurden sie enteignet und nach Deutschland vertrieben.

Nach 1955 haben sich die in Ungarn verbliebenen Deutschen durch die Arbeit des Kulturverbandes der Ungarndeutschen integriert. Seit 1990 werden kulturelle Veranstaltungen (Schwabenbälle, Chorwettbewerbe, Schülerbegegnungen) zur Pflege der deutschen Sprache und der Tradition von den örtlichen Vertretern der Ungarndeutschen veranstaltet.