Die Bibliothek: So ging’s los


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Die meisten der jetzigen Schüler und die "neueren" Lehrer haben keine Ahnung davon, wie die Situation der Schulbibliothek vor 25 Jahren aussah.

Der Zustand in den 60er Jahren war aus heutiger Sicht allerdings auch alles andere als erfreulich.

Es gab keine große zentrale Bibliothek, in der man von Romanen über Lexika bis hin zur Fachliteratur alles geordnet finden konnte. Es gab zum einen eine Lehrerbibliothek und eine Oberstufen-Arbeitsbibliothek in einem Nebenraum des Klassenzimmers, zum anderen eine Schülerhilfsbibliothek und eine Schülerbibliothek, jeweils in einem kleinen Klassenraum.

Die Bestände der Lehrerbibliothek waren für die Schüler nicht zugänglich, da sich darunter auch Lösungsbücher für Schulbücher befanden, die in keinem Fall in Schülerhände fallen durften. In der Schülerhilfsbibliothek waren nur Blockbestände (25-30 Ausgaben eines Buches) vorhanden, die vom Fachlehrer für die Schüler ausgeliehen wurden, ebenso wie die Bücher der Oberstufenarbeitsbibliothek.

Kinder- und Jugendbücher aus der Schülerbibliothek konnten von den jüngeren Schülern, allerdings nur während der Pausen, entliehen werden. Romane waren leider überhaupt nicht im Angebot zu finden. Das Resultat: Die Schüler hatten nur wenig Interesse an Büchern und Büchereien.

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Doch das sollte sich ändern. 1972 wurde aus den Altenkirchener Schulen eine "Versuchsschule". Die Kooperative Gesamtschule mit der gemeinsamen Orientierungsstufe war geboren, und als Taufgeschenk gab es vom Kreis und vom Land Geld. Unter anderem konnte das Gymnasium vergrößert werden. Der damalige Schulleiter Herr Heck setzte sich dafür ein, eine neue zentrale Schulbibliothek einzurichten, in deren Bestand alle Bücher der ehemaligen Bibliotheken einfließen sollten. Doch da hatte er nicht mit den Protesten seiner Kollegen gerechnet. Die Lösungsbücher den Schülern zugänglich machen? Unmöglich! In einer Konferenz sprach er dann ein Machtwort: "Entweder ganz oder gar nicht!"

Und es hat gewirkt: Frau Diplom-Bibliothekarin Elsbeth Schmitt wurde eingestellt und mit der Aufgabe betraut, die 7 000 bis 8 000 Bücher zu ordnen, sie einzubinden und ins Regal zu stellen. Bei der Ausführung dieser und unzähliger anderer Arbeiten wurde sie ab 1973 von den ersten Helferinnen (SchülerInnen der Oberstufe) unterstützt, denn allein hätte sie dies alles wohl nicht bewältigen können, und auch so mußte sie häufig Überstunden machen.

Im Jahr 1975 konnten dann der große Raum mit den vielen Arbeitsmöglichkeiten bezogen werden, und die ersten Bücher wurden entliehen.

Bis heute hat die Bibliothek ihren Reiz und ihre Faszination, hauptsächlich für die jüngeren Schüler, nicht verloren. Sie hat sich zu einem der wichtigsten Orte der Schule entwickelt.

N. Richter

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