Geschichte der „kleinen“ Theater-AG

So ein Theater

Im Schuljahr 2008/09, als Theresa und Hanna, Tom und Moritz, Lea und Leah, Milan und Alex, Jordanis, Vanessa, Linda, Sarah, Annika, Katharina, Lina, Tabea und Jasmin noch die 5. Klasse besuchten, haben wir gemeinsam unsere „kleine Theater-AG“ gegründet.
Die besondere Herausforderung der Theaterarbeit mit sehr jungen Menschen im Vergleich zum Schauspielern mit Oberstufenschülern liegt darin, dass von den jungen Darstellern und Darstellerinnen fast ununterbrochen neue Ideen entwickelt und ausprobiert werden wollen. Fantasie und Kreativität landen quasi ungebremst auf der Bühne. Das kann anstrengend sein, ist zugleich aber eine große Chance für die Weiterentwicklung der Spielfähigkeit. Bestimmte Hemmschwellen, die von älteren Jugendlichen manchmal erst überwunden werden müssen, existieren noch nicht. Dies zeigte v.a. die Arbeit in freien Improvisationen. Nach einigen Wochen mit solchen Improvisationsspielen, die zudem der Entwicklung des Zusammengehörigkeitsgefühls dienen – Schauspieler sprechen von „Ensemblefähigkeit“ – begann unsere Probenarbeit an den „Herdmanns“.  „Hilfe, die Herdmanns kommen“ ist ein Jugendroman von Barbara Robinson – für die Bühne von Paul Maar bearbeitet – über die sechs Kinder einer Prekariatsfamilie, die während der Vorbereitungen für ein Krippenspiel ihrer gutbürgerlich geprägten Gemeinde den „wahren Sinn von Weihnachten“ nahe bringen. Während der Proben für ein Stück, das tatsächlich aufgeführt werden soll, werden nun neben der Spielfreude weitere „Qualifikationen“ gefordert: Disziplin, einen Text zu lernen, und eine deutliche Artikulation, damit unsere Zuschauer diesen Text auch verstehen können. Besonders die klare Artikulation muss geschult werden, da die Schüler ohne Headsets in der Aula spielen und die Akustik in dieser Räumlichkeit durch die hohe Bühne eher suboptimal ist.
Im Dezember 2009 haben wir „Hilfe, die Herdmanns kommen – eine etwas andere Weihnachtsgeschichte“ schließlich vor Mitschülern, Lehrern, Eltern, Freunden und Bekannten aufgeführt (siehe oben RZ-Ausschnitt vom 8.12.2009). Die Gruppe war stolz und erleichtert, dieses Projekt erfolgreich beendet zu haben und suchte sofort nach neuen künstlerischen Herausforderungen.

Nach einer kurzen schöpferischen Pause begann die Arbeit an kurzen Szenen, die rein pantomimisch gestaltet und beim Variete 2010 aufgeführt werden sollten. Da die Sprache und – durch den Einsatz von Masken –  die Mimik als Ausdrucksmöglichkeit völlig fehlen, liegt der Schwerpunkt bei dieser Theaterform in der körperlichen Ausdrucksfähigkeit. Durch die zuvor genannten Beeinträchtigungen wird der Gestik eine besondere Präzision abverlangt.
Die beiden Szenen mit dem Titel „Falsche Liebe“ werden von den Schülern nicht nur dargestellt, sondern auch mit inszeniert und nicht nur beim Variete, sondern auch bei der offiziellen Einführung unseres Schulleiters präsentiert.

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